La Gomera  

Geschichte  

Geschichte der Insel La Gomera

Geschichte La Gomera's - Entwicklung der kanarischen Insel

La Gomera's Entstehung, Besiedelung, Eroberung durch Spanien

Die fast kreisrunde und mit einem Durchmesser von ca. 26 km recht kleine kanarische Insel La Gomera ist rund 12 Millionen Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Inseln der Kanaren.

Wie ist La Gomera entstanden?

Die vulkanische Herkunft der Insel ist an vielen Stellen noch sehr gut sichtbar, beispielsweise durch Lavareste und Lavawände, bizarre Felsformationen und die typischen schwarzen Sandstrände. Über den genauen Ursprung d.h. die Entstehung der Insel wie auch der anderen kanarischen Inseln gibt es verschiedene Theorien:

1. Atlantistheorie:
Gemäß der Atlantis-Theorie ist die Insel der Rest des sagenhaften Kontinents Atlantis, über den der griechische Philosoph Platon berichtete.

2. Hot-Spot-Theorie & Kontinentaldrift-Theorie:
Die Hot-Spot-Theorie und die Kontinentaldrift-Theorie beschwören unterseeische Vulkanaktivitäten und Verschiebungen des Mittelatlantischen Rückens.

3. Brückentheorie:
Die Brückentheorie besagt, dass es vor Urzeiten einmal eine Landbrücke zum Afrikanischen Kontinent gegeben haben muss, denn die kanarischen Inseln liegen allesamt nur wenige hundert Kilometer von Afrika entfernt. Für diese Theorie sprechen die aufgefundenen Fossilien von flugunfähigen Straußenvogelarten.

Woher stammen die Einwohner La Gomeras?

Es wird vermutet, daß Berber die ersten Bewohner der Insel waren. Man nimmt beispielsweise an, dass sich der Inselname "Gomera" von dem alten Berberstamm Ghomara ableitet.Allerdings weiß man bis heute nicht genau woher und wann die ersten Menschen nach La Gomera kamen.

La Gomera und die Pfeifsprache El Silbo

Die Pfeifsprache El Silbo ist eine Besonderheit der Insel und untrennbar mit ihrer Geschichte und der ihrer Ureinwohner verbunden. El Silbo entstand nur hier auf der kanarischen Insel La Gomera.

Auf diese Art konnten sich die Ureinwohner La Gomeras über die weiten Täler und über weite Strecken hinweg verständigen.

Seit einigen Jahren lernen die Schulkinder auf La Gomera die Pfeifsprache wieder in der Schule. Mehr Infos: Pfeifsprache El Silbo

Lucha Canaria - Kanarischer Ringkampf

Lucha Canaria ist der Kanarische Ringkampf, der aus der alten Tradition der Guanchen, der Ureinwohner der kanarischen Inseln, stammt.

Die Guanchen benutzten diese Art des Kampfes vermutlich um die Stammesnachfolge oder andere Streitigkeiten zu regeln und so ist der Lucha Canaria eng mit der Geschichte der kanarischen Inseln und auch mit der Geschichte La Gomeras verknüpft.

Der Kanarische Ringkampf Lucha Canaria ist auch heute noch auf allen Kanarischen Inseln vertreten und wird schon im frühen Schulalter gefördert. 2 Mannschaften treten mit je 12 Kämpfern an, wobei jedes Paar 3 Runden ringt. Pro Runde geht der Kampf über höchstens 2 min.

Kämpfen tut man auf einem Ringplatz, der etwa zehn Meter Durchmesser hat, kreisrund ist und mit Sand bedeckt. Beginnen tut der Kampf mit einem Pfiff und mit einer Begrüßung des Schiedsrichters.

Hier ein Link für ein Lucha-Canaria-Video (geht ungefähr 10 min.) - hier können Sie sehen wie der Kampf aussieht:

Chronik der Geschichte La Gomera's

La Gomera zwischen 1100 bis 800 vor Christi

Es kann als sichere Annahme angenommen werden, dass sich in dieser Zeit Phönizer auf den Weg machten und die Kanarischen Inseln entdeckten und auch besiedelten – darunter auch die Insel La Gomera.

Grund für eine Besiedlung war vor allem die hier wachsende Orchilla-Flechte, eine Färberpflanze aus der man Purpurstoffe zur Einfärbung von Stoffen gewann.

Es war ein sehr friedvolles Leben. Die Menschen lebten vor allem als Bauern und Fischer.

Die Sozialstrukturen gelten als hochentwickelt. Es gab keinerlei Unterdrückung.

La Gomera im 15. Jahrhundert

Das hatte dann leider mit der immer fortschrittlicher werdenden Schifffahrt ein Ende. Die Spanier erreichten im 15. Jahrhundert die Insel, fanden dort ein friedliches Volk aufgeteilt in vier Stämme und entwickelten ein großes Interesse diese Insel für sich zu vereinnahmen.

Während die Menschen hier einer Naturreligion anhingen und ihr Leben nach kosmischen und irdischen Elementen ausrichteten, waren die Spanier Christen. Und leider verhielten sich Christen in der Geschichte immer schon sehr dominant. Ein anderer Glaube wurde nicht anerkannt und sie fingen auch hier an die Menschen zu missionieren.

1404 kam dann auch Jean de Bethancourt auf diese Insel, nachdem er schon Lanzarote und Fuerteventura unter die spanische Krone gebracht hatte.

Die Christianisierung war auch hier wieder nur der Deckmantel für die eigentlich wirtschaftlichen Interessen.

Der erste Versuch die Insel einzunehmen scheiterte jedoch an dem erbitterten Widerstand der Ureinwohner.

Erst ein weiterer Angriff führte zur Unterwerfung von zweien der vier Stämme.

Aber auch die grausame Herrschaft von Hernan de Paraza (ab 1447) hielt die beiden übrigen Stämme nicht von ihrem Widerstand ab.

Sie wurden dann allerdings im Jahr 1488 von Alonso Fernandez de Lugo endgültig besiegt.

Zur Absicherung ihrer nun gewonnen Macht versklavten die Eroberer die Menschen, verkauften sie zum Teil auf´s Festland oder siedelten sie kurzerhand um auf andere Inseln – um so neuem Widerstand vorzubeugen.

Kolumbus auf La Gomera im Jahr 1492

Ein ganz wichtiges Datum für die Insel La Gomera war das Jahr 1492.

Christoph Kolumbus auf dem Weg in die Neue Welt machte hier auf La Gomera in der Bucht von San Sebastián de La Gomera– der Hauptstadt der Insel – Halt. Noch heute gibt es architektonische Zeugnisse des Ereignisses, nämlich der Grafenturm Torre del Conde, die Kirche Iglesia de la Asunción (Himmelfahrtskirche) – hier wurden Kolumbus und seine Seefahrer vor der großen Fahrt gesegnet und der Brunnen El Pozo de la Aguada. Seit dieser Zeit hat die Insel den Beinamen La Isla Colombina – die Kolumbusinsel.

Der Liebe des Christoph Columbus zur Hofdame Beatriz de Bobadilla sei gedankt, dass die Hafenstadt San Sebastián über Jahrhunderte als Brücke zwischen zwei Kontinenten, als Tor zur Welt bezeichnet wird. Wo auch immer Columbus seine Spur gelegt haben könnte, befinden sich heute informative Hinweise über seiner Aufenthalte in San Sebastian - überall in der Stadt trifft man seinen Namen.

Der Sage nach war es ein todkranker Gomero, der Kolumbus den Seeweg in die Neue Welt gezeigt. Jedenfalls nahm dieser Pferde, Kühe, Schweine und Hühner von der Insel mit, um damit die Neue Welt zu besiedeln.

La Gomera im 16. Jahrhundert

Die Handelsprodukte der Insel wurden vor allem Wein und Zuckerrohr. Dafür wurden große Monokulturen angelegt und die ursprüngliche Vegetation ziemlich zerstört.

Ein weiterer Wirtschaftszweig war der rote Farbstoff aus der Schildlaus. Doch mit Erfindung von synthetischen Farbstoffen konnte das Naturprodukt nicht mehr mithalten.

La Gomera im 19. Jahrhundert

Wein- und Zuckerrohrhandel brachen zusammen. Es herrschte Armut und Elend auf der Insel. Das führte zu großen Auswanderungen, vor allem nach Südamerika.

La Gomera im 20. Jahrhundert

Erst der Beginn des Tourismus brachte so langsam wieder ein bisschen Wohlstand nach La Gomera.

Und spätestens nach dem Tod Francos und dem damit verbundenen Ende der Diktatur in Spanien wurde der Tourismus der stärkste Zweig der Wirtschaft auf La Gomera.

La Gomera - HEUTE

In heutiger Zeit ist die Insel ein beliebter Ort für alle, die Natur, Wandern und Sport lieben und das im Urlaub auch erleben möchten. Auch Wassersportfans kommen hier auf ihre Kosten und gerade auch für Familien mit Kindern bietet La Gomera einiges.

Kommen Sie selbst einmal nach La Gomera, entdecken Sie diese kleine aber feine Insel!

Vielleicht werden auch Sie begeistert sein von der Ursprünglichkeit der Insel und der Gastfreundlichkeit Ihrer Einwohner.

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