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Geschichte der Insel La Gomera

Geschichtliche Entwicklung der kanarischen Insel La Gomera

Zwischen El Hierro und Teneriffa liegt diese fast kreisrunde und mit nur ca. 26 km Durchmesser recht kleine Kanarische Insel La Gomera.

Man nimmt an, dass sich der Name von dem alten Berberstamm Ghomara ableitet, die wohl mit die ersten Bewohner der Insel waren. Allerdings weiß man bis heute nicht genau woher und wann die ersten Menschen nach La Gomera kamen.

Werfen wir mal einen Blick auf die Geschichte La Gomeras.

1100 bis 800 v. Chr.

Es kann als sichere Annahme angenommen werden, dass sich in dieser Zeit Phönizer auf den Weg machten und die Kanarischen Inseln entdeckten und auch besiedelten – darunter auch die Insel La Gomera.

Grund für eine Besiedlung war vor allem die hier wachsende Orchilla-Flechte, eine Färberpflanze aus der man Purpurstoffe zur Einfärbung von Stoffen gewann.

Es war ein sehr friedvolles Leben. Die Menschen lebten vor allem als Bauern und Fischer.

Die Sozialstrukturen gelten als hochentwickelt. Es gab keinerlei Unterdrückung.


15. Jahrhundert

Das hatte dann leider mit der immer fortschrittlicher werdenden Schifffahrt ein Ende. Die Spanier erreichten im 15. Jahrhundert die Insel, fanden dort ein friedliches Volk aufgeteilt in vier Stämme und entwickelten ein großes Interesse diese Insel für sich zu vereinnahmen.

Während die Menschen hier einer Naturreligion anhingen und ihr Leben nach kosmischen und irdischen Elementen ausrichteten, waren die Spanier Christen. Und leider verhielten sich Christen in der Geschichte immer schon sehr dominant. Ein anderer Glaube wurde nicht anerkannt und sie fingen auch hier an die Menschen zu missionieren.

1404 kam dann auch Jean de Bethancourt auf diese Insel, nachdem er schon Lanzarote und Fuerteventura unter die spanische Krone gebracht hatte.

Die Christianisierung war auch hier wieder nur der Deckmantel für die eigentlich wirtschaftlichen Interessen.

Der erste Versuch die Insel einzunehmen scheiterte jedoch an dem erbitterten Widerstand der Ureinwohner.

Erst ein weiterer Angriff führte zur Unterwerfung von zweien der vier Stämme.

Aber auch die grausame Herrschaft von Hernan de Paraza (ab 1447) hielt die beiden übrigen Stämme nicht von ihrem Widerstand ab.

Sie wurden dann allerdings im Jahr 1488 von Alonso Fernandez de Lugo endgültig besiegt.

Zur Absicherung ihrer nun gewonnen Macht versklavten die Eroberer die Menschen, verkauften sie zum Teil auf´s Festland oder siedelten sie kurzerhand um auf andere Inseln – um so neuem Widerstand vorzubeugen.

1492

Ein ganz wichtiges Datum für die Insel La Gomera war das Jahr 1492.

Christoph Kolumbus auf dem Weg in die Neue Welt machte hier auf La Gomera in der Bucht von San Sebastian – der Hauptstadt der Insel – Halt. Noch heute gibt es architektonische Zeugnisse des Ereignisses, nämlich der Grafenturm Torre del Conde, die Kirche Iglesia de la Asunción – hier wurden die Seefahrer vor der großen Fahrt gesegnet und der Brunnen El Pozo de la Aguada. Seit dieser Zeit hat die Insel den Beinamen La Isla Colombina – die Kolumbusinsel.


16. Jahrhundert

Die Handelsprodukte der Insel wurden vor allem Wein und Zuckerrohr. Dafür wurden große Monokulturen angelegt und die ursprüngliche Vegetation ziemlich zerstört.

Ein weiterer Wirtschaftszweig war der rote Farbstoff aus der Schildlaus. Doch mit Erfindung von synthetischen Farbstoffen konnte das Naturprodukt nicht mehr mithalten.


19. Jahrhundert

Wein- und Zuckerrohrhandel brachen zusammen. Es herrschte Armut und Elend auf der Insel. Das führte zu großen Auswanderungen, vor allem nach Südamerika.


20. Jahrhundert

Erst der Beginn des Tourismus brachte so langsam wieder ein bisschen Wohlstand nach La Gomera.

Und spätestens nach dem Tod Francos und dem damit verbundenen Ende der Diktatur in Spanien wurde der Tourismus der stärkste Zweig der Wirtschaft auf La Gomera.


Heute ist die Insel ein beliebter Ort für alle, die Natur und Wellness lieben. Auch Wassersportfans kommen hier auf ihre Kosten und gerade auch für Familien mit Kindern bietet La Gomera einiges.


Übrigens gibt es hier auf der Insel noch eine sehr schöne Tradition.

Die Ureinwohner La Gomeras haben sich über weite Strecken hinweg verständigt, indem sie eine Pfeifsprache entwickelten. Das war sozusagen das Telefon der Frühzeit.

Diese schöne Tradition wird auch heute noch auf der Insel gepflegt und es gibt auf La Gomera auch eine Pfeifschule.


Kommen Sie selbst einmal nach La Gomera, entdecken Sie diese kleine aber feine Insel – Sie werden begeistert sein von der Ursprünglichkeit der Insel und der Gastfreundlichkeit Ihrer Einwohner.

Ihre Ergänzungen zur Geschichte La Gomeras:

Wissen Sie ergänzend zu den Informationen auf dieser Seite etwas über die Inselgeschichte La Gomeras, dann wäre ein Kommentar von Ihnen hier nett!

Saskia, 9.02.10
ich finde es toll, daß die Pfeifsprache (El Silbo) immer noch unterrichtet und praktiziert wird. Schön, daß sich diese Sprache im Laufe der Geschichte erhalten konnte, während überall sonst die Kultur immer mehr verloren geht.

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