Sonneninsel
La Gomera aktuell

La Gomera erholt sich vom Waldbrand

Durch das ganzjährig warme und im Sommer heiße Klima auf den Kanarischen Inseln kommt es hier leider öfters zu Waldbränden. Vor allem in den letzten Jahren hat es auf La Gomera, La Palma und Teneriffa heftig gebrannt. Wenn dann noch der Wind das seine dazu beiträgt, dass sich die Flammen schnell ausbreiten, dann kommt es oft zu großen Schäden.

Letzten Sommer hat es auf La Gomera sehr weiträumig gebrannt, vor allem der Südwesten der Insel war stark betroffen. Man konnte die Rauchschwaden sogar von der Nachbarinsel Teneriffa aus beobachten.

Die Flora der Kanareninsel Gomera wurde schwer beschädigt und mehr als 130.000 Hektar Wald sind den Flammen zum Opfer gefallen. Da die Natur ja immer ein Gleichgewicht findet und im Laufe der Jahre durch eine Evolution eine Anpassung an die Klimaverhältnisse stattfindet, regeneriert sich die wertvolle Landschaft immer wieder recht schnell.

Im Garajonay Nationalpark sind neben anderen Pflanzen und Gewächsen Lorbeerbäume, Gagelbäume, Picconien,Baumheide und Stechpalme sehr stark vertreten. Ausserhalb des Nationalparks finden wir auch die Kanarische Kiefer, deren wissenschaftliche Bezeichnung Pinus canariensis ist. Die Kiefer findet man von 1.000 bis 2.200 m über dem Meeresspiegel.

Die Lorbeerbäume, Gagelbäume, Picconien und Stechpalmen haben auf den Kanaren aufgrund ihrer langen, dichten Nadeln und Blätter eine große Bedeutung im komplizierten Ökosystem der trockenen Vulkaninseln. Die Nadeln und Blätter melken so zu sagen die Passatwolken, die täglich hier vorüber ziehen und die aus dem Nebel gefilterten Wassertropfen werden direkt an den Boden und somit an das Grundwasser abgegeben. Das Wasser dringt problemlos in das poröse Erdreich ein und wird unterirdisch in Kavernen gespeichert.

Die Kiefer hat allerdings nicht nur durch die Wasseraufbereitung sondern auch durch ihre Feuerbeständigkeit eine wichtige Rolle im kanarischen Ökosystem eingenommen. Dass die Kiefer nicht bereits ausgerottet ist und von den Waldbränden gänzlich von der Oberfläche verschwunden ist, hat sie genau dieser Eigenschaft zu verdanken.

Nach einem Waldbrand erholen sich die Kanarische Kiefer und die anderen Pflanzen sehr schnell. Ein fast komplett ausgebrannter Baumstamm kann direkt aus seinem Stumpf wieder neues Leben zaubern. Man kann dies auch auf La Gomera sehr gut beobachten wenn man durch den Garajonay Nationalpark und den Südwesten der Insel fährt und richtig schwarze, verkohlte Baustämme mit frischen, saftigen Trieben sieht. Es ist beachtenswert wie schnell nach einem Waldbrand die Kiefer, der Gagelbaum, Lorbeerbaum etc. wieder neues Leben an die Oberfläche bringen.

Man kann also richtig froh sein, dass die Flora auf den Kanaren so feuerbeständig und resistent ist, denn sonst würde es hier nach den Waldbränden nicht so voller Leben sein und die Landschaft wäre richtig trist.